Meine drei ehernen Grundsätze im Geschäftsleben

Es sieht so aus, als ob ich viel Nachdenken würde. Also, früh die halbe Stunde zum Bloggen? Klar, sollte ich da reflektieren und nachdenken. Aber den Rest des Tages? Ja und Nein. Es gibt Themen, die mich immer wieder finden. Die ich überall wieder finde. Das kann nervig sein. Für andere vor allem. Mein Reality Distortion Field. Meine rosarote Brille. Klar, wenn ich verliebt bin, dann soll das die Welt erfahren!

Solch eine Leidenschaft für etwas zu haben, ist wie guter tragender Rückenwind. Der Tag verfliegt. Die Arbeit geht leicht von der Hand. Wir lächeln und zu. Sagen Ja. Und Ja, gern.

Gestern waren nochmal #Lifehacks das Thema. Mit der Zeit zeichnen sich ein paar Grundsätze in meinem Leben ab, die mich tragen, die mir weiter helfen in der Not, die mich vor Fehlern bewahren, die ich lernen konnte.

Andere fragen oder fragen auch nicht danach! Wollen lernen, brauchen Führung, Richtung, vielleicht Hilfe oder gar Rettung, manche nur Aufmerksamkeit. Oder auch nicht. Ich brauche das alles von Zeit zu Zeit.

Drei Grundsätze haben mich als Unternehmer, als Geschäftsführer einer GmbH, von Beginn an begleitet. Seit April 1997 habe ich diese Rolle in mindestens einer Gesellschaft inne, sind nun doch schon zwanzig Jahre. Also, was sind diese drei Grundsätze?

#1 Keine Buchung ohne Beleg.
Diese Regel ist so einfach, und sie ist so wirksam! Und gilt für das Startup, wie für meinen nun hundert Mann Laden immer noch. Sie hat weitereichende Folgen. Sie zwingt uns dazu, physische oder zumindest digitalphysische Artefakte zu erzeugen, die den Grund für eine Geldbewegung festhalten. Der Beleg führt dazu, dass ich mir bei dessen Erzeugung kurz eingestehe, was hier wirklich passiert. Und genau das führt zu einer Art von Verbindlichkeit, die mich langfristig vor Tricksereien, vor Selbstbetrug, schützt.

#2 Nimm mehr ein, als Du ausgibst.
Es gibt sicher Ausnahmen, Monate in denen das nicht stimmt. Aber diese zweite wieder sehr einfache Regel sorgt dafür, dass wir unabhängig geblieben sind, bislang ein nachhaltiges Geschäft betreiben. Wir müssen es uns leisten können. Wir leben durch diese Regel nicht über unsere Verhältnisse. Und wir haben dadurch auch die Zeit, uns anzupassen und mit zu wachsen. Organisches Wachstum nenne ich das. Dazu gibt es kleine Ergänzung: ich versuche zusätzlich auch, Darlehen zu vermeiden. Das ist sehr konservativ und gelingt natürlich nicht immer. Manchmal macht das auch keinen Sinn. Trotzdem führt die zweite Regel eben dazu, sich Darlehenskosten immer aus dem operativen Geschäft zu leisten (und nicht aus der Substanz).

#3 Schau dort hin, wo es unangenehm ist.
Es gibt Bereiche, in denen man keine sofortige Lösung für die Probleme findet, die Geld kosten, die nerven, die unbefriedigend sind, bei denen man nicht weiss, was man machen soll. Mein Rat: mach eine Liste der Themen, schreib ein Todo auf, aber um Himmels willen, schau mindestens einmal im Monat hin, besser einmal die Woche. Schreib einfach mal auf, dass ein Problem gibt. Dein Unterbewusstsein wird dir dann bei der Lösung mithelfen. Wenn Du nicht hinschaust, es verdrängst, wegschiebst, wegsäufst, wird das Problem immer größer, und nicht niemals kleiner.

Ich glaube in diesem Moment, dass diese drei Grundsätze mit dafür verantwortlich sind, dass ich zwei Firmen schliessen musste, und die dabei dafür sorgten, dass ich persönlich dabei nicht insolvent gegangen bin. Sicherlich gehört viel mehr zu einem „erfolgreichen“ Unternehmer, was immer das auch sei. Aber diese drei Grundsätze, sind meine Rettungsanker, meine Grundlinie, mein Notfallkoffer.

Morgen gibt es diese Grundsätze vielleicht für mein Leben generell, denn da hab ich auch so eine Liste der essentiellen, hart erlernten Dinge, die einfach gut tun, mal hier aufzuschreiben und sich damit bewusst zu machen, sie zu ehren und zu würdigen.

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Das ich unsere neue Webseite richtig gut finde, hatte ich schon mal erwähnt hier? Müsst ihr Euch wirklich mal anschauen. Sie ist das Ergebnis eines langen, langen Prozesses und eines tollen Teams, das sich im letztes Jahr gefunden hat, um die Seite Stück für Stück, Woche für Woche, besser zu machen. Nicht mit einem Big Bang, kein Sprint, sondern natürliches Wachstum, ein Marathon. Das spürt man, finde ich!

Kontrollverlustexperimente

Etwas bewegt aufgewacht. Bin zeitig ins Bett. Hätte weiter schlafen können. Heute wieder einen Gang zurück schalten. Härte gegen mich selbst und andere etwas zurück nehmen. Fürsorge, Wohlwollen und Nachsicht wieder etwas stärken, ok!

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Ich sag immer wieder: ich bin ein zur Sucht neigender Mensch.

Was ich damit sage möchte ist, dass ich all unsere Gewohnheiten, also unsere Handlungen, die Gedanken und die Gefühle, die reflektionsartig, automatisch passieren, als Sucht interpretiere. Verhalten, über welches unser Bewusstsein, keine Kontrolle, keine Möglichkeit der Einflussnahme hat. Ich entscheide mich eben nicht bewusst, ein Alkoholiker zu werden.

Nun ist mir am Sonntag jemand wieder begegnet, der Autarkie Experimente in urbanen Lebensräumen durchführt, wie schizophren! Nein, wie rückwärtsgewandt! In unserer arbeitsteiligen Gesellschaft sind doch die Beziehungen zwischen allem, das entscheidende! Die Bezeichnung ist also provokatives Marketing?

Gestern ist mir ein Workaholic wieder begegnet. Ich habe mich daran erinnert, dass ich seit neun Jahren keinen Alkohol mehr trinke. Und grade kämpfe ich damit, keine industriell gefertigten Süssigkeiten mehr zu essen und begegne dem Zuckersüchtigen in mir immer wieder, jeden Tag aufs Neue.

Den Kontrollverlust zu bemerken, ist das eigentlich erschreckende, das ängstigende. Dann zu verstehen, dass Kontrolle immer eine Illusion ist, dass Kontrolle über etwas, jemanden, sich selbst zu haben, immer nur eine blosse Vorstellung ist, diese Einsicht eröffnet den Ausweg.

Diese Einsicht ebnet erst den Weg aus der Sucht, aus der Abhängigkeit, aus dem Leid erzeugenden Wahnsinn unseres Lebens, in ein atmendes, lebendiges, verbundenes Miteinander.

 

 

Oh happy way!

Ein wenig die Zeit vertrödelt. Dabei fing es heute perfekt an. Gleich hoch beim ersten klingklangklong. Sport durchgezogen. Mediation auch. Frühstücksbox fertig.

Aber dann der Blick ins Internet. War gleich etwas lost bei Amazons Prime Day (nichts gefunden) und dann diesem Artikel hier (nachdenklichst toll gefunden). Dazu liegt der Schulbrief zum Ende des 5. Schuljahres neben mir. Ja, das ist und wird alles spannend.

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Dann rauscht doch grade unten ein BSR’ler vorbei:

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Und erinnert mich natürlich an diese Szene hier (vor hundert Jahren):

Gestern war ein intensiver, langer Tag. Viel Entschlossenheit. Aber es wurde wirklich leicht. Mit dem Lifehack von gestern, habe ich ein paar Dinge erledigen können, die sonst einfach liegen geblieben wären. Heute geht es damit gleich weiter. Den Schwung wieder aufnehmen.

Oh, happy way! Das ist wirklich einen Tick besser.

 

Neue Woche, neues Glück!

Guten Morgen. Eine neue Woche beginnt. Sie beginnt entschlossen bei mir, mit nur leichten Anflügen von Anspannung.

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Hab Muskelkater vom Reiten gestern. Tabascos Trab ist etwas härter. Und ihn dann ohne Steigbügel auszusitzen ist echter Sport.

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Es gab zwei Sommerfeste und eine Gartenparty, dazu noch einen Besuch. Davon poste ich hier mal keine Bilder. Aber es gab auch Beine baumeln lassen:

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Habe am Freitag noch eine ältere, vierte Festplatte entdeckt und dort waren alle Bilder bis 09/2015 gesichert. Die ab 01/2016 hatte ich hier auf dem Laptop. Damit habe ich alles wieder herstellen können, bis auf die drei Monate Ende 2015. Geht doch! Ein Glück, dass ich das so gut verteilt habe und doch nicht so gut im Aufräumen bin.

Die neue Woche wird sehr spannend. Es wird schwer werden, ruhig zu bleiben. Immer wenn ich mich ertappe, solche Sätze zu sagen, zu schreiben oder gar zu denken, dann drehe ich sie um.

Es wird leicht sein, ruhig zu bleiben.

Dass es schwer werden wird, ruhig zu bleiben ist doch eine Anweisung, ein Befehl, eine Aufforderung an mich selbst. Eine Art vorweg nehmen von etwas, was noch gar nicht passiert ist. Und allein die Tatsache, dass ich diese Anweisung an mich selbst erkenne und dann umdrehe, macht es schon leichter. Der Moment ändert sich. Das Ausatmen und die Schwere hören auf. Ich atme ein und fühle Zuversicht.

Und der nächste Moment ist damit leichter und darum geht es.

Es wird ja nichts besser dadurch, dass ich für mich die Tatsache feststelle, dass anstrengende Dinge passieren werden und dass es auch eine Anstrengung bedeutet, dabei ruhig zu bleiben.

Dann erteile ich mir jetzt hier doch viel lieber eine positive Anweisung. Ich finde, das ist ein kleiner, feiner Lifehack. Und der funktioniert für mich mit allen Arten von Negativität und Meckerei. Probiert es aus!

 

Gewitter zum Abschluss

Verschlafen, ausgeschlafen. Keine Morgenroutine, Frühstück in Familie.

Das Gewitter gestern Abend war wunderbar! Erst dunkler Horizont. Dann Blitz und Donner. Dann rauschender Regen. Dann tropfende Bäume. Regenbogen. Eine so erfrischte Stimmung.

Habe eine Low Carb Woche hinter mir. Seit Sonntag Abend kein Zucker, keine Sättingungsbeilagen, kein Brot, kein Brötchen, kein Kuchen. Kleine Ausnahme am Mittwochabend, das Gratin war zu lecker.

Die beste Website zu dem Thema übrigens hier:

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Oder auch The Case against Sugar. Unter anderem der erste Teil des Buches hat die Motivation gegeben, so etwas mal zu probieren. Die Effekte sind mannigfach. Vor allem, Selbstkontrolle, Selbstachtung, Entschlossenheit brauche ich, um durch zu halten. Die Mechanismen beim Zucker sind voll ähnlich, wie beim Verzicht auf Zigaretten und Alkohol. Starke Gewohnheiten, die zu ändern, jedem sehr schwer fällt. Meine Essgewohnheiten zu ändern, fiel mir sehr schwer. Ist eine schöne Übung.

Körperlich passiert auch sehr viel, wenn man auf Fettverbrennung, auf Ketose umstellt. Vor allem: etwas mehr Leistung, gleichmässige Leistungsentfaltung, keine Müdigkeit nach dem Essen, kein Unruhe, wenn man nicht isst, höhere Aufmerksamkeit.

Hab gestern Abend mein Fasten gebrochen! Und siehe da, gleich heute morgen verschlafen und etwas entspannter ins Wochenende gestartet. Zum Ausgleich. Gut!

So viele Fragen!

Wieder setze ich mich ran. Ein voller Morgen liegt schon hinter mir. Hab viele Themen berührt, in den anderthalb Stunden nach dem Aufstehen, vor und während der Meditation bis eben.

Kontrolle, Selbstbestimmung

Doch Facebook lesen? Spiegel Online kurz checken? Ein Nutellabrötchen essen? Schon ein paar Mails erledigen? Lieber Ausschlafen wollen? Doch kein Sport machen?

Bei Facbook gleich über den Knaller gestolpert: vor ein paar Wochen ging es ja schon mit dem mir bis dato unbekannten Justin Caldbeck los, dann Dave McClure von 500startups, hab da ein indifferentes Gefühl. Gestern hatte ich Cheryl Yeoh gefunden, auch spannend. Eben noch dies von Jordon Cooper. Und heute morgen löste sich das mit diesem Artikel hier etwas auf. Genau, das war die Ursache für mein Unwohlsein. Eine spannende Welle der Enttäuschung schwappt grad durchs Silicon Valley. Wer am Thema sexuelle Belästigung in der Tech Industrie interessiert ist und kurz Zeit dafür hat, klickt die Links und versteht dann vielleicht diese Andeutungen hier.

Das Thema hat für mich viel mit Kontrolle und Selbstbestimmung zu tun. Ich möchte die Impulse meines Unterbewusstseins erkennen können, möchte mich entscheiden können, ihnen nachzugeben, oder sie vorbei ziehen zu lassen. Ein wenig Entschlossenheit reicht doch dazu und man ist auf dem Weg, ein etwas selbstbestimmteres Leben zu führen.

Gestern hörte ich Büro: die Neue ist gut, die hat ihr Leben im Griff. Das ist es. Das heisst ja nicht, dass es keine dunklen Seiten, keine Schwächen, keine Laster gibt, dass die Neue ihr Leben immer im Griff hat oder hatte. Das heisst für mich nur, dass man sich dessen halbwegs bewusst ist, und die Verantwortung für sein Handeln übernimmt.

Das Leben ist anstrengend! Scheitern ist eingebaut, es ist die Voraussetzung für Erfolg. Hässlichkeit ist die Voraussetzung für Schönheit.

Hab nach dem Artikel dann entschlossener meditiert. Keinen Abbruch. Sondern das still werden besser ausgehalten. Geübt, die Unruhe Impulse vorbei ziehen zu lassen. Sie ziehen immer vorbei, wenn ich ihnen nicht nachgebe, sondern sie nur freundlich beobachte.

Dann habe ich eine verkürzte und gleichzeitig verlängerte Sportübung gemacht. Hab ein 16 Minuten Programm, mit dem ich mich grade etwas eingeschränkt fühle. Diesem Widerstand habe ich nachgegeben und dafür aber meine Planking Zeit von 50sec je Übung auf 60 erhöht. Versuche täglich acht verschiedene Planking Übungen hintereinander zu machen, jede eine Minute lang halten. Hab wieder geflucht vor Anstrengung, aber danach war ich stolz auf mich.

Ach, ein kurzes Update noch zum Bildverlust. FileSavage konnte tatsächlich 135.000 Bilder von einer der drei Backups wieder herstellen. Damit dürfte der Grossteil gerettet sein. Die Dateinamen sind allerdings verloren. Auch eine schöne Herausforderung. Da hatte ich vorher auch schon Chaos, weil ich meine Bilder über die 10 Jahre natürlich nicht ordentlich mit System umbenannt, sondern sie nur in Datumsordner geworfen hatte. Na mal schauen, was ich in den Metadaten finden kann!

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Und ein Knaller Leuchte heute morgen um 5 hier über Berlin, oder? Hielt nur wenige Minuten an und dann wurde es Grau in Grau.

 

 

Ohne Drama keine Liebe

Was soll ich heute schreiben? Fühlt sich heute leer an. Also nein, nicht leer. Nur ist grad nichts da, was ich hier aufschreiben möchte. Es gibt ein paar Dinge, die ich im Kopf rum wälze, die nicht ausgegoren sind. Da traue ich mich nicht, sie hier hin zu schreiben. Will ja niemandem mit dem Geschreibe hier zu nahe treten!

So, jetzt ist die Tochter versorgt. Und ich bin etwas besser drauf. Wirklich?

Habe über meine Fotos nachgedacht. Denn ich habe mich selbst sabotiert und mein Fotoarchiv mit 10 Jahren Spiegelreflexfotos verschwinden lassen. Hatte das aufgrund seiner Größe immer nur auf externen Festplatten und zwar doppelt, mit einer weiteren dritten Kopie auf meiner grossen Time Maschine Festplatte.

Zwei über Wochen versetzte Aufräumaktionen und eine dritte: „ich brauche schnell eine externe Platte“aktion haben alle drei Archive geschreddert. Krass!

Was hat das Universum hier schon wieder vor mit mir?

Was für eine tolle Übung im Loslassen!

Während im Hintergrund der Scanner fürs wiederherstellen von gelöschten Dateien seit Stunden vor sich hin rattert, das eigentlich nur dank der tollen Hilfsbereitschaft aus meinem Team, denke ich die ganze Zeit ans aufgegeben und einfach leer, neu weiter machen…

Mit zwei iPhone Bildern mach ich hier jetzt mal weiter. Einmal, ein rotes Leuchten gestern Abend:

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Und einmal, ein rotes Leuchten von heute Morgen.

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Gestern zum All Hands waren über 50 Leute anwesend + die Handvoll Leverkusener Kollegen am Livestream. Warum sei ich denn so aufgeregt gewesen, wurde ich spät Abends noch gefragt? War ich wohl.

Der ganze Tag gestern war aufregend. Es lag nicht am All Hands. Wurde wohl nur überwältigt, von der Vielzahl an menschlichen, freundschaftlichen, liebevollen Interaktionen, die seit früh morgens auf mich einprasselten. Das hielt ja auch den ganzen Tag bis spät Abends lang an.

Es entsteht dabei eine wohlige Freude über die Zuwendung und Aufmerksamkeit. Aber es gibt eben auch eine andere Seite. Und die drückt sich auch in der Aufregung aus.

Weiss ja nicht, ob ihr das auch kennt? Aber wenn jemand lieb oder freundlich zu mir ist, denkt ein kleiner teuflischer Teil in mir manchmal: ich hab doch  nichts gemacht! da will doch jemand etwas von mir… Und gleichzeitig entsteht eine mich einengende Verpflichtung in einer dunklen Ecke, beim nächsten auch lieb sein zu wollen, zu müssen.

Naja, diese dunklen Gefühle jedenfalls, diese schnell vorüber wehenden Gedanken, versetzen mich in Aufregung. So meine heutige These!

Vielleicht hilft mir dieses Aufschreiben dabei, diese destruktiven Gedanken ziehen zu lassen und deren Herkunft zu transformieren, den Grund für diese Gedanken zu finden und auflösen zu können.

Ich scheine für manche ein liebenswerter Mensch zu sein.

Mit diesem Gedanken kann ich mich schwer anfreunden. Allein diesen Gedanken hier aufgeschrieben zu sehen, versetzt mich in Aufregung. Da kratze ich sofort meinen Kopf, fühle mich unwohl. Das will ich gleich wieder löschen. Das werte ich ab. Und ich sehe gehässige Kommentare schon: ich sehe Eure Augen, in denen sich Eurer Monitor glänzend spiegelt… creepy!

So, das jetzt schnell beiseite gewischt! Einatmend, weiß ich, dass ich einatme. Ausatmend, weiß ich, dass ich ausatme. Und mein Lächeln kommt zurück.

Selbstregulation, sagt der Therapeut in mir.

Mediation ist der Knaller, sagt jemand anders in mir.

Liebe löst das alles auf! Nur: Ohne Drama keine Liebe! Seht selbst:

Dankbarkeit

Gestern Nachmittag hab ich mich auf die Bank vor der Dorfkirche gesetzt für ein Telefonat. Dann schaute ich hoch und sah genau dieses Bild hier.

Und war auf einmal sehr dankbar! Sehr Dankbar, dass ich auf diesem Fleck der Welt zum Leben gekommen bin, zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte. Ich hätte es nicht besser treffen können! Es ist perfekt und ich bin so froh darüber. Wir haben hier doch alles, was wir brauchen. Eher zu viel, eher nur ungleich verteilt.

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Ich bin so froh über mein Umfeld, meine Familie, meine Freunde, mein Team bei mtc, über all die Menschen, die ich kenne. Ich wachse in und an meinem Umfeld! Die täglichen Herausforderungen, die Widerstände, die vielen schönen Momente, die tollen Beziehungen, die anstrengenden Beziehungen, Beziehungen überhaupt. Ich hab solch ein Glück gehabt in meinem Leben mit meiner Sangha, meiner Gemeinschaft!

Und dann bin ich so froh über die tollen Lehrer und Meister, die ich in meinem Leben schon treffen konnte. Ich verneige mich vor ihrer Gabe, ihr Können und Wissen an andere weiter geben zu können. Und bin sehr dankbar, dass ich so oft schon als Schüler gewählt worden bin und mich unter Aufsicht und Obhut von diesen Lehrern entwickeln konnte.

Klingt jetzt alles ein wenig pathetisch, aber vor jeder Meditation, jeden Morgen hier zu Hause auf meiner kleinen Decke und meinem kleinen Kissen, verneige ich mich drei Mal.

Mir ist das jetzt, wenn ich es so aufschreibe, peinlich.

Aber ich sage jeden Morgen drei mal mich verneigend Danke: danke bei meinen Lehrern, danke bei meiner Familie, meiner Firma und ich sage danke beim Universum, also der Welt und bei allen und allem, die ich nicht kenne.

Drei kurze Momente an jedem Morgen! Die mich halten, die mich verbinden mit dem, was wirklich wichtig ist, die mir klar machen, was für ein privilegiertes, aussergewöhnlich, glückliches tolles Leben ich doch leben darf.

Aller Schwierigkeiten, aller Probleme, allem Leid zum trotz!

Einmal am Tag den Augenblick, all meine Gedanken und Gefühle und meinen Körper auf das ausrichten, was ich alles habe, was alles gut ist. Mich davor verneigen und kurz innehalten. Und dann in den neuen Tag, in das neue Jahr, in mein Leben starten…

 

Über die Reziproziätsfunktion von Automatons

Ich bin faul. Gehe nicht mehr raus für meine Sonnenaufgänge. Fühlt sich an, als ob das eine Ewigkeit her ist. Ist bestimmt gar nicht so lang.

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Heute Morgen leuchtet es mich wieder an, als ich meine Morgenroutine startete. Ein kurzer Blick von der Terrasse, der leider nicht unverstellt ist, bestätigte die Wahrnehmung.

Und eben das hier. Ein superhelles Leuchten neben mir am Küchentisch.

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Kommt nicht richtig rüber. Aber der Kirchturm leuchtet richtig, richtig hell. Wie eine gigantische Kerze.

Fühlt sich wieder komisch an. Hab ich jahrelang schon gemacht. Trotzdem kriecht eine kleine Sorge in mein Zwerchfell. Gut! Da kommt mir eine kurze Episode von gestern Abend  in den Sinn. Die passt hier ganz gut.

Also, irgendwann vor zwei Wochen bekomme ich einen Brief von einem Anbieter von Weiterbildungen für Führungskräfte. Sehr freundlich, professionell. Ich krieg den nur auf den Tisch, weil ein kleiner Kasten aus Holz dabei liegt, in dem sich erkennbar durch ein kleines Fenster, eine Dollarnote befindet.

Im Brief steht, der Dollar sei echt und dies sei eine Rätselbox. Ich sollte doch meine Führungskräfte auf ihre Schulungen schicken, dann würde ich das Rätsel des Geld verdienens lösen könne, oder so ähnlich. Es ging bestimmt auch um versteckte Potentiale. Eigentlich egal. Ich legte die Box an die Kaffeemaschine. Wir waren mehrmals kurz davor, den Werkzeugkoffer zu holen, aber übten uns dann doch in Geduld.

Na jedenfalls überfiel uns gestern jemand am Telefon und wollte unbedingt mich persönlich sprechen. Meine Teamassistentin reichte mir schon das Telefon durch das leer geräumte Büro (ihr erinnert Euch: Überschwemmung) und sagte mir einen Namen, den ich aber gar nicht kannte. Also lehnte ich ab. Die Überfallerin schrieb daraufhin wieder ganz professionell eine Mail, dass sie mich unbedingt wegen dem Schreiben sprechen müsse. Woraufhin sie eine freundliche Absage mit einem Verweis auf unsere Personalverantwortliche bekam. Mal schauen, wie es weiter geht. Soweit zum Kontext.

Nun zum Link zu meinem Blog. Ich schrieb gestern noch meinem Team, dass es doch ganz einfach sei, an ihnen vorbei an mich ran zu kommen. Man müsste sich nur ein wenig Mühe geben und würde relativ schnell bei meinem Blog landen. Hier könne man alles finden, um mit mir persönlich sprechen zu können.

Vorhin überlegt ich aber, ob es nicht usus, gelebte Praxis, höflich, o.s.ä. sei, den Vertriebsaufwand des Dienstleisters durch eine persönliche Kommunikation zu honorieren? Vermutlich funktioniert das wirklich erstaunlich oft. Eben weil es so ist, dass es eben üblich ist, wenn man eine halbwegs aufwendige Massenmail bekommt, doch zu antworten und persönlich abzusagen. Ignoranz ist doch schlimmste.

Grade denke ich an obdachlose Bettler, die wir auch allzuoft ignorieren, selbst wenn sie einen Heidenaufwand treiben, um unsere Aufmerksamkeit und Spende zu erhalten.

Dieses in uns Menschen eingebaute Prinzip der Reziprozität, ich schenke jemandem mein Lied, meinen Brief, meine Rätselbox und bringe ihn damit in eine Antwortschuld.

Facebook macht das ja auch mit seinen Videos: schau, unsere Programmierer haben sich echt Mühe gebeben, aus Deinen Schrottfotos ein tolles Video zusammen zu schneiden, mit Grafiken zu illustrieren und gar mit Musik zu unterlegen, jetzt share das doch bitte auch in Deinem Newsfeed. Ohahh, da werd ich grad aggressiv!

Nochmal, es funktioniert ja wirklich gut! Viele, viele sharen, klicken, spenden oder antworten und so entstehen dann sicherlich wirklich manch neue Beziehungen zwischen uns Menschen. Zumindest, interagieren wir miteinander auf dieser Basis.

In unserer industrialisierten Welt ist das vermutlich auch der Normalzustand der Interaktion zwischen Menschen. Aber ich denke grade, dass wir so zu Dingen auf dem Fliessband unseres Lebens werden, eher zu Automatons. Und wenn ich das bin, dann brauche ich tatsächlich eine Schulung!

Zurück zum Anfang! Wenn sich jemand wirklich Mühe gibt, ein Teil seiner Intention und seiner Motivation aus echtem Interesse an meiner Person besteht, dann kommt er immer an mich ran. Das ist ein erschreckender Gedanke. Aber er beschreibt einfach nur eine Lebensrealität. Selbst ein Zeugenschutzprogramm gibt keine absolute Sicherheit. Wir können uns nicht einigeln, verstecken und hoffen, dass uns nichts passiert. Solch ein Leben möchte ich nicht führen.

Wir können nur raus gehen und unser Leben leben. Und wir können uns nur jeden Moment neu entscheiden, ob wir aus Angst vor dem oder aus Freude über das Leben heraus handeln? Jeder auf seine Weise.

Die einen, in dem sie mir Briefe schicken und anrufen, weil sie davon überzeugt sind, dass mir ihre Dienstleistung fehlt und mir helfen, mich besser machen würde.

Die anderen, in dem sie die Briefe lesen und ablegen, weil sie die bewusste Entscheidung treffen, dass das Thema grad jetzt nicht dran ist.

Sollten wir der Mühe anderer, immer mit eigener Mühe begegnen? Hat das etwas mit Respekt und Wertschätzung zu tun? Sollten wir nicht werten? Nicht wissen!

Sondern sollten wir nicht für uns entscheiden, einfach weiter unserer Intuition zu folgen, für andere da zu sein, anderen zu helfen und dabei einfach unser Leben voll zu leben? Wie wird man dabei nicht verrückt?

Aufgabe der Woche!

Den einen Tag Pause habe ich gut verkraftet. Wir waren nicht zu Hause. Und dort, wo wir waren, gab es kein Internet. Also nur das E im Telefon, was bedeutet, man bekommt nur die Benachrichtigungen, aber nicht den Inhalt. Habt ihr schon bemerkt, dass man Edge wie Ätsch aussprechen kann?

Wir sind dann durch den Wald gelaufen und gefahren. Auch schön. Bei Regen! Habe hier eine kleine Eiche im Mooskindergarten fotografiert. Niedlich, oder?

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Die neue Woche startet. Eine weitere Ausschreibung, das grosse Projekt auch. Das halbe Büro ist nicht bearbeitbar. Hab am Wochenende die Bautrockner gecheckt. Und etwas gelüftet. Haben die Heizung hoch gedreht. Da es immer wieder regnete, konnten wir die Fenster nicht auflassen. Tropisches Klima!

Samstag Vormittag war ich kurz beim Bergmannstrassenfest. War leer. Gestern Nachmittag auch nochmal. War voll. Geregnet hat da auch. Jedesmal. Schön wars trotzdem. Ist ein schönes Fressfest mit Beiprogramm. Musik sehen und hören. Klimbim sehen und shoppen. Viele Menschen sehen und beobachten. Eine Auswahl an Fressständen hier in der Galerie. Hatte ich schon auf Facebook gepostet.

Muss unbedingt meine Übersprungshandlungen weg von Facebook, Twitter und Spiegel Online kriegen. Schreib das jetzt nochmal selbstanklagend hier auf. Also, hör jetzt mal zu! Immer, wenn es Dich packt und Du Dich langweilst oder die Situation nicht aushälst: Arne, dann sortiere Deine Fotos!

So, damit ist die Aufgabe der Woche auch klar. Dann starte ich mal.