Nur 10min

Habe jetzt nur noch 10 Minuten, um hier ein Update zu geben. Ein wichtige Mail musste noch raus. Gleich bin ich für 4h „privat“ unterwegs. Und da kommt die kleine Grosse schon in die Küche.

Gestern war noch sehr schwer. Einmal ins Loch gefallen. Und abends noch verzweifelt am Angebot. Mein Freund und Kollege schrieb dann zum Schluss: „Schau mal auf das Motto Deines WordPress Blogs.“, da hatte ich wieder mal verstanden. Man kann nur mitschwingen, die Ausschläge aushalten. Versuchen, sie nicht noch schlimmer zu machen, nicht daran festhalten.

Es ist immer alles gut. Alles ist immer schon vorhanden.

So schwer, so leicht!

Wie schön die Welt von oben ist!

Technologie fasziniert mich. Vor allem Computer. Mit Taschenrechnern fing es an. Eine lange, lange Zeit starrte ich auf Monitore. Die Bilder, die dort drin entstehen können, sind oft magisch und helfen in der echten Welt. Sie berechneten Rationen für unsere Jungrinder. Sie berauschten mich im Spiel. Sie schaffen Arbeitsplätze. Sie schaffen Arbeitsplätze ab.

Seit ein paar Jahren entdecke ich Computer in Dingen. Computer in Dingen faszinieren mich auch. Wenn diese Computer in kleinen Hubschraubern, genannt Multicopter oder auch Drohne, eingebaut werden, passiert etwas völlig verrücktes:

Auf einmal wandert der Computer von meinem Schreibtisch oder aus meiner Hand hinaus in die Welt. Und der Monitor überträgt Informationen von vielen Sensoren aus dieser Welt auf den Bildschirm in meiner Hand bzw. in meiner Brille.

Ein Computerspiel wird plötzlich Wirklichkeit.  Ein Kilogram echter Materie fliegen durch die Welt. Ich kann sie steuern: beschleunigen, stoppen, rechts rum, links rum, steigen oder fallen lassen. Die zwei kleine Hebel in meiner Hand konnten doch jahrelang nur täuschend real aussehende Pixel auf einem Bildschirm bewegen. Nun bewegt sich die Realität und ich kann dabei auf dem Monitor zuschauen.

Das ist unglaublich. Unglaublich toll. Vor einiger Zeit war ich mit meiner Grossen an einem See in Brandenburg, am Grossen Glubigsee. Ein Sonnenuntergang zog uns ans Ufer. Die DJI Mavic ist so klein, dass ich sie in einer leichten Tasche immer dabei haben kann. Sie fliegt so weit, dass ich sie aus den Augen verliere, bis zu 5km könnte sie weg fliegen und mir trotzdem noch ihr Bild aufs Handy übertragen. Verrückt, oder?

Schaut selbst:

Man fliegt selbst über den See. Sitzt auf dem Copter und fliegt. Die Brille gaukelt einem eine riesige Leinwand in HD vor die Augen. Das sich bewegende Bild nimmt einem den Atem und lässt einen schwindelig zurück. Hinsetzen. Atmen. Grossartig!

Zartes Leuchten an den Rändern

Eben war noch alles blauer Himmel. Beim Aufwachen strahlte die junge Sonne durch die Blätter. Nur eine Stunde später zieht es langsam zu. Das Leuchten des Kirchturms neben dem Küchenfenster ist schon verblasst.

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Zwischen Ablenkung und Vertrauen.

Zwischen Hingabe und Aufgabe.

Ruhige Routine gegen aufgeregte Erinnerung.

Der Gedanke, dass wir jeden Morgen neu geboren, dass jeder Morgen frisch und neu ist, hilft.

Nichts ist vorbestimmt! Es gibt keinen Zwang.

Ich habe einen Plan: einfach machen.

Lächeln.

Freundlich sein.

Einfach tun. Einen Schritt. Eine Bewegung. Ein Wort. Ein Satz. Ein Frühstück. Eine Fahrt. Eine Begrüßung. Einen Tee. Eine Notiz. Eine Zeichnung. Eine Liste. Eine Information. Finden. Teilen. Erkenntnisse. Fest. Halten. Los. Lassen.

Erwartungen wecken. Erwartungen erfüllen. Erwartungen enttäuschen.

Keine Erwartung!

Weiter geht’s.

 

 

Einsiedlerstrasse 13

Neue Woche. Zeitig hoch. Frühsport und Mediation erledigt.

Gestern wieder einen Filmabend gemacht: Wolfgang Herrndorfs Tschick zusammen mit der Grossen geschaut, nicht schlecht. Hatte das Buch selbst vor einiger Zeit schon gefressen, aber den Film zusammen zu schauen. Gute Idee. Erinnere mich an seinen Blog, als ob es gestern wäre.

Davor gab es den Theaterauftritt des Goldoni, für den die Samstage der letzten Monate geprobt worden ist. Ein schönes Stück: Einsiedlerstrasse 13, ein Stück der Kinder von und für sich, und unter Duldung der anwesenden Zuschauer.

Das hat Spass gemacht, weil das Stück im ganzen Haus, verteilt auf drei Etagen stattfand, in dem zwei Zuschauergruppen gegenläufig die vielleicht neun Szenen in Räumen und Treppenhäusern sehen konnten. Los ging es in der Studiobühne, als Kellerdisko. Es endete im Dachgeschoss mit einem Frühstück.

Mit freundlicher Genehmigung meiner Tochter darf ich hier die Bilder und zwei gefilmten Szenen veröffentlichen.

Ich denke bei so etwas immer gleich an dieses Bit von Louis CK. Ja, es ist schon so, dass ich das Filmen von Kindertheater auch voll doof finde, also wenn es andere machen und ständig drauf halten und alles verpassen. Oder gar blitzen. Und ja, es gibt noch funktionierende Camcorder in diesem Land!

Aber zu meiner erneuten Schande konnte ich mich nicht zurück halten gestern und hab zwei mal 1 Minute drauf gehalten.

 

Der Rest der Bilder war der Versuch, mit dem Telefon ein paar der aussergewöhnlichen Szenen fest zu halten. Das ist jetzt mehr eine Erklärung statt einer Entschuldigung. Die Kinder waren grossartig, die Tochter so stolz auf sich und die Gruppe.

 

 

 

Gegen Samstagsblues: Zachariashof

So, jetzt muss ich dran bleiben! Ich fürchte, wenn ich jetzt gleich wieder aufhöre, vergeht ein Monat bis zum nächsten Post.

Das Sommerfest war sehr intensiv und gestern noch sehr präsent, auch jetzt fällt es mir als erstes ein. Bin mindestens einmal an meine Schamgrenze gestossen. Das war spannend. Habe mir erlaubt, einfach zu sagen: „dafür schäme ich mich jetzt.“. Was ich normalerweise nicht tue. Normalerweise versuche ich dann witzig zu sein. Was funktioniert, wenn ich wohlwollende Gesprächspartner habe. Was auf Sommerfesten generell der Fall ist.

Gestern noch grosses Chaos im Office und das müde Orgateam, welches auch noch unser Backoffice aus dem 1. OG ins neu bezogene Vorderhaus ziehen durfte. Die Gelegenheit war günstig. Hatte noch ein wichtiges Treffen mit einem potentiellen Neukunden, 4h während der Caterer die ganzen Reste abholte. Der Schlafmangel führte zu dem interessanten Effekt, dass ich viel offener war. Ein paar Schutzschichten funktionierten nicht.

Der Morgen startete traumreich. Ich bin mitten in einer Verkehrskontrolle durch Terrorexperten aufgewacht. Hatte nur vergessen zu blinken, als ich über einen Bordstein gefahren bin, nur der war eben vor einem Tunnel in einem Stadtzentrum. Ich wurde mittels feinster Technik komplett im Wagen fixiert, Nackenrolle, Seitenprotektor, etc. Unterhielt mich aber gut und war fasziniert von der Prozedur, zeigte echtes Interesse und die Polizisten zeigten mir das ohne unnötige Brutalität gern.

So, drei Abschnitte ohne grosse Mühe, aber so etwas ist für Andere doch einfach nur langweilig, da passiert nichts, es gibt oder erzeugt keine Verbindung, es ist nicht witzig. In der Summe von vielen Posts eines solchen Tagebuches macht das vielleicht wieder Sinn, man liest diese Passagen dann diagonal, sucht das nächste größere Ding. So mache ich es zumindest. Es fühlt sich wirklich sehr banal an, was ich hier grade mache und schreibe. So banal, dass ich alles weg löschen möchte und einfach nichts posten will.

Der zweite Router ist kaputt.

Mein Freund ist endlich noch mal Papa geworden. Gestern! Am Freitag. 23, was für eine schöne Zahl. In New York ist beim Cousin meiner Liebsten das gleiche passiert. Zufälle! Gratulation! Alles, alles Gute für Euch!!!

So, wer bis jetzt durchgehalten hat, der kriegt jetzt noch einen Reisetip. Letzten Sonntag waren wir auf dem Zachariashof in Ihlow  Eine „Hildegard“ und ein Uwe haben sich ihr Paradies eingerichtet. Hier ein paar Eindrücke für Euch.

 

Und ich habe auch noch einen Überflug gewagt und mich in iMovie versucht, einen kurzweiligen Zusammenschnitt zu erzeugen, auch der für Euch. Ein kleines Paradies bei Strausberg. Wenn ihr mal in der Nähe seid und ihr Euch für kleine Dörfer und Gärten interessiert, könnte das was für Euch sein.

Jetzt fühlt sich der Post nicht mehr ganz so belanglos an. Aus der Überschrift Samstagsblues, mache ich jetzt Zachariashof und könnte nun die drei ersten Abschnitte löschen. Mach ich jetzt mal nicht, auch wenn es mir sehr peinlich ist!

Ein paar Bilder und meine Rede zum 11. mtc Sommerfest

Lang war die Nacht. Kurz war die Nacht. Ein schönes Sommerfest! So viele Gäste, ausgelassene Stimmung, heiser gesprochen, so ein tolles Catering. Wir haben endlich mal wieder getanzt… danke an unser mtc Organisationsteam, toller toller Job! Danke an das tolle, freundliche Serviceteam von Aldente und für die super Deko von Flores y Amores!

So, hier nach ein paar Bildern traditionell der Text meiner Rede.

 

Das traditionelle Gruppenbild von unserem Matze:

Alle Zusammen, 11. mtc Sommerfest 2017

Hier nun endlich die Rede:

 

Liebe Mitarbeiter,
liebe Kunden,
liebe Gäste,
meine liebe Aleyna, meine lieben Eltern,

Herzlich Willkommen zum 11. Sommerfest der mtc in Berlin!

Vor 11 Jahren haben wir uns gegründet. Die Gala letztes Jahr zum 10-Jährigen ist mir noch in lebendiger Erinnerung.

Es ist unsere Tradition, einmal im Jahr alle Mitarbeiter, ihre Familiem und Kundenkollegen einzuladen, um gemeinsam auf die Zusammenarbeit anzustossen. Wir wollen DANKE für das vergangene Jahr sagen, hier im schönen Innenhof unseres Weissen Schlosses.

Das letzte Jahr ist schnell vergangen, es ist so viel passiert.

Wir haben das alte DEPAROM abgeschaltet!
Applaus bitte!
Wir haben nun monatliche „One Pager“ für jeden Vertrag!
Applaus bitte!
Wir haben drei neue Büros für Support, Backoffice und in Leverkusen in Betrieb genommen!
Wir haben achtzehn neue Mitarbeiter seit dem letzten Sommerfest eingestellt! Achtzehn! Ich fasse solche Zahlen kaum…

Die neuen Mitarbeiter sind:
Yara, Service Chefin
Rene, Webautor
Thomas, Java Entwickler
Markus, Sitecore Dev
Anja als Teamassistentin, grade in Elternezeit
Tobias, Sharepoint Support
Johannes, Physiker und BI Consultant
Felix, aus mem Startup zu uns als Dev
Krystina als weitere Teamassistentin
Susann für Personalarbeit
Saskia als Koordinatorin
Dmytro als Sitecore Dev,
Jan als Dev,
Antje in Hamburg,
Antonio als Verstärkung unseres IT Admins,
Michał, erster polnischer Mitarbeiter (bitte keinen Poxit!)
und Romy, die Neue Scrum Masterin.
Und das waren erst Siebzehn!

Mit Alice, die seit Januar nicht mehr als Werksstudentin bei uns ist, sondern sich als unsere erste Online Redakteurin „Content“ erzeugen darf, haben wir tatsächlich Achtzehn neue Mitarbeiter seit letztem Juni!

Ich wollte unbedingt diese neuen Mitarbeiter heute vorstellen, nachdem wir im letzten Jahr die zwölf Gründer geehrt haben. Ihr erinnert Euch? Henry, Johnny, Gülcin, Ira, Iris, Timo, Udo, Manfred, Matze, Thomas, Kirsten… Tony.

Also, letztes Jahr haben wir zurück,
zu den Anfängen, in die Vergangenheit geblickt.

Wir haben die Kollegen der ersten Stunde geehrt,
für ihre damalige Entscheidung, das Engagement seitdem,
ihren Mut und ihre Treue und Loyalität,
für die Freundschaft, die auf dem gemeinsamen Weg
in dem Jahrzehnt entstanden ist!

Die Situation bei mtc hier war für die achtzehn Neuen in 2016 und 2017 sicher eine komplett andere,
aber auch irgendwie nicht.

Solch ein Wechsel zu uns,
ein jeder Neuanfang, ist immer mit viel Mut verbunden!

In einem Neuanfang stecken jede Menge Chancen,
aber sicher auch Risiken
für beide Seiten.

Auch dürfen wir nicht vergessen,
das vor jedem Neuanfang immer auch ein Abschied nötig ist.

So ging es allen bei der Gründung von mtc und
so war es sicher auch für jeden der achtzehn Neuen.

„Es ist leicht Menschen in der Erinnerung zu lieben.
Das harte ist doch, sie zu lieben wenn sie vor dir stehen.“
habe ich von John Updike vorgestern gelesen!

Ich mach daraus:
Es ist leicht in seinen Erinnerungen an die Vergangenheit
und den Erwartungen an die Zukunft zu leben,
hart wird es erst, wenn man hier bei mtc im Jetzt arbeitet!

Es ist leicht, sich einen neuen Job vorzustellen,
es ist meist auch noch leicht, einen neuen Job zu bekommen.

Ich möchte, dass wir zusammen versuchen,
dass die Zusammenarbeit im Hier und Jetzt auch leicht bleibt!

Dafür habe ich mir etwas überlegt, was ich den achtzehn Neuen denn unbedingt mit auf den Weg bei uns geben möchte!

Dafür gibt zwei starke Bilder und zwei Begriffe.

Raumschiff VOYAGER und ein KUHSTALL sind die Bilder.

HELFEN und ERKENNEN sind die Begriffe.

Das Raumschiff Voyager, das erste Bild, ist die Erinnerung an die im Delta Quadranten am anderen Ende unserer Galaxie gestrandeten Crew. Das ist mein Bild der ersten 6-8 Jahre von mtc. Ein kleines Raumschiff, eine kleine Mannschaft, weit weg von zu Hause, viele spannende Missionen, Warp 10, Dilithium als Treibstoff, das scheinbar alles möglich macht: Überlichtgeschwindigkeit, Replikatoren, Beamen, Überleben!

Diese im ersten Bild versteckte Arbeitsweise
änderte sich vor etwas mehr als zwei Jahren.
Ich hatte das Gefühl, wir kehrten nun endlich nach Hause,
zurück auf die Erde.

Mit dem Kuhstall einer LPG begleitet mich seit zwei Jahren ein zweites Bild. Das Bild meines Heimatdorfes.

Ich entdeckte, was die Tierproduktion, das Kühe melken meiner Kindheit und Jugend mit IT Support gemeinsam hat.

Ich entdeckte, das Gunnar in einer Gärtnerei aufgewachsen ist, und was das mit Softwareentwicklung zu tun hat.

Das GoLive der Anwendungen, die entwickelt werden, gleicht einer Ernte. Die Anwendungen verschaffen dem Supporter Arbeit. Die Fehler der Anwender sind doch das Futter unserer Supporter!

Der Servicebereich ist die Sonne, Wasser und Erde. Er bietet uns den Raum, führte zur heutigen mtc, er erzeugt die Strukturen für Wachstum: Die Felder und Ställe in denen unsere Organisation, als ein SOZIALER ORGANISMUS, wachsen und sich weiter entwickeln kann.

Mit den beiden Begriffen möchte ich die Brücke zurück ins Jetzt schlagen:
HELFEN und ERKENNEN.

Sie sind ganz frisch, sie richten mich täglich aus.

HELFEN! Die achtzehn neuen Kollegen möchte ich bitten, sich zu überlegen, wie und womit sie sich selbst und anderen Menschen um sie herum wirklich helfen können?

Aus dem Impuls anderen zu helfen und aus dem Vertrauen in unsere Werkzeuge: Technologien, Programmiersprachen, Tools und Methoden entsteht unsere Dienstleistung. Diese vom Kunden entlohnte Leistung ist eine wichtige Bedingung für, die Voraussetzung unserer Existenz als mtc!

Der zweite Begriff ist ERKENNEN. Mit diesem Begriff habe ich eine weitere Bitte an die achtzehn neuen Kollegen: überlegt Euch doch, woran Eure Familie, eure Freunde und Eure Kunden wirklich erkennen können, dass ihr bei mtc arbeitet?

Mit einem Zitat aus dem Brief an die zwölf Gründungsmitarbeiter schliesse ich: „Diese Firma hat nur einen Zweck. Sie ist durch Euch, was sie ist und sie soll Euch in Eurem Leben dienen: vor allem als Ansporn und Quelle für Inspiration, Anerkennung und unseres Lebensunterhaltes.“

Damit sage ich ganz herzlich DANKESCHÖN bei allen,
die dieses 11. mtc Sommerfest möglich gemacht haben!

Auf Euch, Prost!

Es gilt wie immer das gesprochene Wort 😉

Danke nochmal und noch immer aufgewühlte Grüße durch den Morgen!

 

Widerstand ist zwecklos!

Heute habe ich nichts zu sagen. Heute habe ich nichts zu zeigen. So sitze ich hier und versuche, davon zu kommen. Ich übe das sehr viel. Widerstand!

Erinnerungen. Es gab schon einmal einen Post hier, bestimmt nicht nur einen. Widerstand!

Reaktionen. Das WordPress Thema hier ist nicht das Neueste. Das unterste Menü hat ja noch Standardtext. Schön, dass ich wieder hier schreibe. Freuen auf das Sommerfest. Freude und Spannung auf meine Rede. Widerstand!

Meine Gedanken denken und denken und ich fühle Unruhe. Ich spüre den Widerstand körperlich. Ich sabotiere meinen Fokus. Prokrastination. Ärger. Ablenkung. Unterhaltung. Facebook? Spiegel Online? Schokolade zum Frühstück? Widerstand!

Finde doch zurück zur Arbeit. Abwartend. Vertrauend. Mutig. Freundlich und liebevoll. Im ständigen Wechsel. Wie mein Atem. Ein und Aus.

Hier zu Hause geht grad das Internet nicht. Zum ersten Mal seit langem. Eine willkommene Hürde. Eine Ablenkung. Ärger. Nein, dafür ist es zu klein, zu sehr mein Gebiet. Aber Ablenkung. Logs checken, Neustarten. Abwarten. Erhöhte Aufmerksamkeit.

In einem der letzten Posts hier habe ich über meine Morgenroutine geschrieben. Über meinen idealen Start in einen neuen Tag. Auch finde ich so viel Widerstand.

Ich werte und messe mich daran, ob ich meine Routine blogpostmässig durchgezogen habe oder nicht. Hab hier doch geschrieben, wie ich das jeden Tag, also jeden Tag, mache. Und fühle mich gescheitert, wenn ich mal keinen Bock habe, müde bin und Teile davon ausfallen lassen oder auch nur abkürze. Sind ja nur ganz kurze Gedanken, aber sie bestimmen meine Richtung, die Stimmung am Tag.

Sie beeinflussen mein Leben, mein Wachstum, meine Entwicklung.

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Manchmal beneide ich Menschen, die sich einfach immer für ok halten, für gut, vollständig, erfolgreich und toll. Ich stelle mir vor, dass es das gibt. Ich stelle mir sogar vor, dass ich diese wertenden Gedanken einfach nicht denke und es mir damit besser geht. Selbstreflektion my ass!

Ein weiteres Feld für diese Übung in Impulskontrolle und Willenskraft ist meine Ernährung. Hier habe ich in den letzten Monaten wirklich viel geübt. Es ist so einfach. So banal. Und man kann wirklich sehr viel scheitern. Und trotz allem Widerstand bemerke ich doch, wie sich mein Leben verändert. Immer mehr. Immer wieder. Immer!

Es war bei der Mediation doch auch so! So oft ausfallen lassen, so oft gescheitert, so oft so viele Gedanken auf dem Kissen. Und doch! Es war beim Sport doch auch so. So oft geflucht, so oft abgebrochen, so oft geschummelt. Und doch! Es ist beim Essen genau so. So oft doch wieder schwach geworden, und die Schokolade genossen. Und doch!

Was wäre ich ohne diese wertenden Gedanken, ohne den Widerstand? Wie schön könnte es doch sein, wenn ich mich nicht über mich selbst aufrege? Mich selbst nicht so wichtig nehmen, um mich wirklich wichtig zu nehmen?

Widerstand ist zwecklos. Was doch nur bedeutet, dass er keinen Selbstzweck hat. Es gibt andere Wege. Ich kenne sie schon! Bin sie schon gegangen!

Internet geht jetzt übrigens wieder. Der Neustart hat es gerichtet! Na dann! Auf in den Tag…

Erinnerungen lieben…

Ein neuer Blogpost von mir! Yeah! Sitze endlich mal wieder vor meinem Laptop und habe den WordPress Editor offen, schreibe einfach los. Denke diese Tage gerade viel an meine alte Routine, des täglichen Tagebuchbloggens hier. Will das wieder haben und besser machen. Frage mich oft, wo ich eigentlich die Zeit hergenommen habe, wie ich das geschafft habe, jeden morgen über Jahre. Unglaublich: mein früheres Selbst.

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Mein Leben fühlt sich aktuell sehr bewegt, sehr intensiv an. Es passiert so viel, die Tage sind lang und voll und abwechslungsreich. Arbeit, Familie, Sport, Spass. Dinge erledigen, machen, besorgen, wegschaffen, tun, lesen, lernen, vergessen, erinnern, suchen, finden, besprechen, erhalten, geben, schaffen, nicht schaffen. Viele Momente, die schnell vorüber ziehen und kein Ort, sie zu würdigen, sie kurz fest zu halten, sie zu teilen, ausser das eigene trügerische Gedächtnis.

Wo bin ich? Mitten drin natürlich, voll dabei. Die Fotos sind noch geblieben, viele Fotos auf meinem iPhone, auf der Mavic, der Fuji. Diese durchzuschauen, zu sortieren und zu taggen wird wohl nie gelingen. Ab und an synce ich alles in meinen Lightroom Katalog, lege ein paar Albums an und frage mich, was von der Stunde geblieben ist, die das gedauert hat.

Es geht schnell, das hier jetzt aufzuschreiben. Die drei Absätze haben keine 20min gedauert. Wenn ich jetzt nicht werte und denke, dass diese Zeilen es doch nicht wert sind, hier gespeichert zu werden, dass sie schlecht, ungenügend, belanglos sind, dann wird hier bald wieder mehr gespeichert werden. Die Erinnerung an die Routine wird gerade stärker, die Erinnerung an genau dieses Gefühl, was jetzt entsteht. Schön!

Bei @dailyzen gestern das hier gefunden:

Meine Sommerfestrede steht am Donnerstag bevor und sich suche schon seit Tagen nach der Inspiration dafür. Heute morgen, bei der Meditation kam die Erinnerung an diesen Tweet, an dieses Zitat von John Updike wieder hoch. Hatte es eigentlich der Liebsten geschickt, weil… tja, weil es uns manchmal, oft so geht.

Und heute morgen fiel mir ein, dass es mir bei mtc auch so geht. Es ist oft einfach, eine Erinnerung an etwas zu lieben, aber mit der Realität nicht klar zu kommen, Ärger, Widerstand, Gleichgültigkeit, Ignoranz zu empfinden. Oder auch das Gegenteil! Aber den Moment zu lieben? Das ist die Kunst, das ist Aufgabe und selten erreichtes, wertvolles Ziel!

 

 

Verwandlung

Über die Verwandlung vom Blinis, der Espressolounge, zum Balzac hier im Bergmannkiez. Eine bildhafte Vorstellung der Innenarchitektur.

Nun sitze ich im neuen Balzac, das mal die Espressolounge war. Ich will seit Wochen ein Goodbye schreiben, mit meinen schönsten Erinnerungen, ein paar Bildern. Ja, das Blinis, das ich mit meiner Verwandlung im Jahr 2009 so sehr verbinde, das gibt es nicht mehr. Ende Februar 2017 war Schluss. Es hat nicht sollen sein. Der Ort, der mir und vielen anderen so viel bedeutet hat, musste verschwinden. Platz für etwas neues, etwas anderes machen. 

Jetzt werde ich traurig, nehme Abschied. 

So viele Erinnerungen. Fast den ganze Blog hab ich hier geschrieben. Jahrelang. Einen neuen besten Freund habe ich hier gefunden. Viele Freundschaften, noch mehr Bekanntschaften geschlossen. 

Die Organisation, der Organismus Espressolounge, das Blinis ist nicht mehr. Ja klar, es gibt um die Ecke in der Schenkendorfstrasse den kleinen Nachfolger, das Team, die Maschine, die Atmosphäre, die netten Menschen sind jetzt dort in einem geschrumpften, kleinen Überbleibsel. Das ist gut. Für den Kiez, noch mehr für die Stammgäste und die Beziehungen untereinander. Aber mein Blinis ist weg. Für immer weg!

Ich war so nah dran am Ende. Hab doch mit allen Beteiligten seit November mehr oder weniger intensiv gesprochen. Der Betreiberin, dem Eigentümer, dem Team, den Stammgästen. Verstehe den Kampf. Bedauere den Ausgang. Vermittlung gescheitert. Bis ganz zum Schluss, als klar wurde, dass es nicht um Geld, sondern ums Ego, ums eigene Selbst geht. Das Ende des Blinis ist das Ergebnis einer von Beginn an zum Scheitern verurteilten Beziehung zwischen Mieter und Vermieter, zwischen Betreiber und Besitzer, zwischen zwei Unternehmern, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Der neue Ort, das Balzac ist sehr schön geworden, ich finde es richtig schön hier. Der Kiez bestreikt den neuen Laden noch, zwischen sieben und acht eben waren nur drei Gäste da. Das wird sich vielleicht ändern. Das ändert sich. Das Team ist nett, das Angebot gut. Ja, es ist eine Kette, damit etwas anonymer, etwas beliebiger, etwas kommerzieller. Das passt vielleicht nicht in den alten Kiez hier. Aber den gibt es eh nur in unserer Erinnerung.

So, nun geb ich Euch noch eine kleine Tour durchs neue Balzac. 


Die besten Bilder von 8 Jahren Esspressolounge, die such ich noch raus und hebe mir den Post noch etwas auf. Einen Titel hab ich dafür schon: Evolution. 

Yes or Now

Der Titel ist ein Schreibfehler. Ausserdem sollte es Evet veya Hayır heissen. Hier klebt alles voller Plakate, entweder mit Präsident oder Prime Minister oder mit einem kleinen Mädchen. Auf einem steht Evet auf dem anderen Hayır. Andere Werbung gibt es kaum noch und ich hab auch einige leer Flächen gesehen, ganz anders noch als vor einem Jahr. Am Ostersonntag gibt es hier das Referendum. Es fahren die Lautsprecherwagen durch die Stadt, die es immer vor Wahlen gibt. Auf belebten Plätzen stehen Zelte der Parteien. Es scheint um viel zu gehen.

„‪Are you a one or a zero? That’s the question you have to ask yourself. Are you a yes or a no? Are you going to act or not?“ habe ich vor drei Tagen in Mr. Robot gehört.

Eben las ich hier in „When Pixels Collide“: „Hindu philosophers theorized that the Heavens were made of three competing, but necessary, deities that they called the Trimurti. They were Brahma the Creator, Vishnu the Protector, and Shiva the Destroyer.“

Es ist natürlich nicht nur schwarz oder weiss! Es ist immer beides. Es geht immer um einen Balance von beidem. Nächsten Sonntag kann man hier drei Dinge tun: nicht oder ja oder nein wählen. Ich bin sooooo sehr gespannt, was passieren wird, wofür sich die Mehrheit hier entscheiden wird.

Als wir gestern kurz vom Spiel durch Beşiktaş liefen, kam plötzlich eine Autokolonne. Vielleicht fünfzig schwarze, schnellfahrende Autos: SUVs und grosse Limousinen. Manche der SUVs hatten offene Fenster, aus denen Maschinengewehre ragten. Alle blinkten sie blau, rot. Sie fuhren mitten durch Menschen und Automassen, durch eine Demonstration, durch tausende Menschen, die an einem Samstag Abend durch einen bei den Einheimischen sehr beliebten Stadtteil liefen, vorbei an den Plakaten und Fahnen.

Das war entweder Erdogan oder sein Prime Minister, sagte einer meiner Begleiter. Und ich konnte nur daran denken: Was passiert mit diesem Menschen, der sich nur noch in solchen Konvois durchs Land, durch die Stadt bewegen kann? Einem Mensch, dem ständig in fünfzig Autos hunderte Menschen vor- und nachfahren?

Ja oder Jetzt? war die Frage. Ja zum Jetzt! ist meine Antwort!