Aufbauen, Einreißen

Berlin, 6:33, Tag 1025

Heute ausgeschlafen und mit leichten Veränderungen an der Morgenroutine in den Tag gestartet. Kein Newscheck und Kaffee vor der Meditation und schon ist die Qualität eine ganz andere.

Im Anschluss fiel mir auf, wie sehr unser Leben ein langfristiges Spiel ist, wie lange es dauert, bis wir ein Feld, ein Thema, Job, Aufgabe wirklich meistern. Bis wir damit wirklich unseren Lebensunterhalt verdienen. Meist dauert es ein paar Jahre der Übung, des Lernens und Ausprobierens, bis wir in etwas – egal was – wirklich gut sind.

Es sicher gut, diese Themen in denen wir wirklich gut sind, zu kennen, sich derer bewusst zu sein. Egal, was es ist. Selbst die schrägsten Interessen und Hobbies könnten so irgendwann mal zum Beruf werden.

Der Zen Meister in unserem Vorderhaus zeichnete für sein Leben gern. Aber davon leben konnte er nicht. Neben seiner Zenlaufbahn, war er Berater und Coach. Aber mit einem kleinen Erbe startete er mit grossem Mut ein komplett neues Geschäft, er stellt vegane Gummibärchen her, die Buddhabärchen heissen. Die Verpackungen und sein Marketing besteht ausschliesslich aus seinen eigenen Zeichnungen. Nach ein, zwei Jahren erst, können er und heute nach fünf Jahren sogar noch mehr davon ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Solche Geschichte passieren nur, wenn man durch hält. Ich habe eine Tendenz, mich sehr schnell für alles mögliche zu begeistern und etwas neues anzufangen. Und vorhin, bemerkte ich viele Zusammenhänge.

Einer davon war, dass wir das was wir uns aufbauen, sehr oft sehr schnell wieder einreißen. Wir sabotieren uns selbst. Wir prüfen uns selbst, ob die Sache, das Thema wirklich unser eigenes Thema ist, in dem wir versuchen, es kaputt zu machen. Zumindest ich mache das so. Mein Beispiel waren Vortragsthemen. Bin angefragt auf einer Patentkonferenz, einen Vortrag zu halten. Nach der ersten Begeisterung über die Anfrage, antworte ich spät auf Mails, bereite den Vortrag, obwohl ich könnte, noch nicht vor. Damit sabotiere ich (un)absichtlich, dieses Thema in meinem Leben.

Da kommt jetzt eine Wertung hoch, die Widerspruch erzeugt. Ich bemerkte aber Zusammenhänge mit vielen anderen Themen in meinem Leben, vor allem hier meiner Firma. Diese Selbständigkeit, dieses Unternehmersein habe ich nun schon seit 1997 als ein Thema in meinem Leben. Fast zwanzig Jahre lang lerne ich schon, wie es ist Inhaber einer Firma zu sein, diese zu entwickeln und zu erhalten, zu verteidigen, wachsen und schrumpfen zu lassen, gesund zu bleiben, gesund zu werden und eben alle Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden, die Erfolge zu geniessen. Aber oft genug sabotiere ich, prüfe ich, das Entstandene, reisse wieder etwas ein, schneide ein paar Triebe ab, prüfe die Widerstandsfähigkeit.

Es sind auch hier die kleinen Dinge, der Moment, der den Ausweg zeigt. Es gibt immer nur Details habe ich mal bei Suzuki gelesen. Und das ist es, wir können unser am Leben sein nicht kontrollieren und steuern. Und das trifft auf unsere Entwicklung und all die Felder unseres Lebens zu. Wir haben nur diesen Moment und entweder kriegen wir mit, was jetzt hier passiert, oder eben nicht.

Dabei bin ich sooft im Aussen. Ich habe die Fähigkeit zur Empathie, ich kann mit relativ schnell und gut in manch andere Menschen hinein versetzen und wenn das passiert, verschwinde ich manchmal. Ich höre auf, ich selbst zu sein, verlasse den Moment und sage und tue Dinge, um die Aufmerksamkeit des anderen Menschen zu bekommen. Habe mich an ein Gespräch gestern Abend erinnert. Ein schönes Gespräch, ein Wiedersehen. Und trotzdem kam heute morgen das Gefühl auf, dass ich überhaupt nichts wichtiges gesagt habe. Ich habe gar nicht erzählt, was wirklich ist, was mir grad wirklich wichtig ist. Aber wieder habe ich etwas gelernt, ist mir etwas aufgefallen.

So, eine Zusammenfassung, ein Fazit kriege ich jetzt hier grad nicht mehr hin. Und mit drei Bildern von gestern verabschiede ich mich jetzt, wecke meine Mädels und…

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wünsch Euch einen aufmerksamen Tag.

 

 

 

 

Veröffentlicht von Arne Krueger

co-founder of http://mtc.berlin · info tech service provider · zazen · horsemanship · photography

2 Kommentare zu „Aufbauen, Einreißen

  1. Lieber Arne,

    Können wir am Donnerstag Telefonieren ??

    Herzliche Grüße aus München

    Günther

    Von meinem iPhone gesendet

    >

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