Tag 1024

Berlin, 6:46

Gestern Abend konnte ich schwer einschlafen, nach einem kurzen, traumreichen Schlaf und der Morgenmeditation sitze ich hier.

Habe mich erinnert an mein früheres Schreiben, noch in einer Notes Datenbank, die Texte habe ich noch irgendwo in einer dunklen Ecke meines Laptops. Erst sehr spät, habe ich das öffentliche Schreiben entdeckt. Bis Mitte Dreissig habe ich nur Tagebücher für mich allein geführt, unzensiert, unbeobachtet. Habe mir selbst Notizen gemacht. Erinnere mich nun an all die Kladden, die ich bei den Retreats und dann in der Espresslounge voll geschrieben habe. Die Kladden habe ich noch irgendwo in einer dunklen Ecke meines Raumes hier.

Habe mich erinnert an mein früheres Arbeiten und Leben. Damals Ende der 90iger, Anfang der 0der. Viel habe ich nicht aufbewahrt davon, ein paar Dokumente, Verträge, Briefe, Kalkulationen finde ich noch. Die Sammelleidenschaft, das Aufbewahren, Ordnen, Loslassen hat vieles davon verschwinden lassen. Es ist noch in mir, aber ich habe nur wenig digitalen Spuren davon behalten.

Habe von einem anderen Leben geträumt, was ich machen würde, wenn ich frei wäre. Was für ein Cliché? Mir fielen vorhin auf dem Kissen nur Orte ein, um die ich mich kümmern würde, die ich erschaffen wollen würde. Die Rückkehr zum Atem, zu mir, zum jetzt fiel sehr leicht.

Meine Anspannung spürte ich. Vor allem im Gesicht. Wenn ich dann loslasse, entspannen werweisswieviele Muskeln, in den Wangen, der Stirn, an den Ohren. Weicher, wird mein Ausdruck dann wohl. Weicher fühlt sich das alles sofort an. Es ist eine kleine Geste an mich selbst, liebevoll auch mit mir selbst zu sein. Die Anspannung, den Druck, diesen oft gefühlten Zwang des am Leben sein, los zu lassen.

Dann schnappte ich mir eine Banane und fing an, beim Laufen hierher zu Essen. Ich hielt kurz inne, schluckte den Bissen, lief hierher, setzte mich und ass den Rest, ohne noch etwas anderes zu tun.

Der Tag startet, der erste Kollege kam dazu, die Mädels wecken, das fast fertige Excel noch fertiger machen, mir gleich ein Jacket für den Besuch nachher um 11 anziehen, die Kleine später holen, Einkaufen, ein paar Überweisungen machen, meinem alten Auto noch  TÜV Termin und Winterreifen besorgen. So mein Plan für heute.

Wünsch Euch einen schönen Dienstag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

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