Tag 1000

Scharmützelsee, 8:32

Hab’s geschafft. Nicht, dass ich mir vorgenommen hätte: eintausend Einträge zu verfassen. Aber es ist getan. Und auch schon 223 weitere Einträge seit dem Neustart. Es gibt jetzt hier keinen Rückblick, kein BestOf, nicht mal die Statistiken grabe ich aus. Ich mach mal einfach weiter, wie bisher auch. Schreib auf, was mir in den Sinn kommt. Und suche mir ein Foto raus. Heute gibt es wieder einen Sonnenaufgang. Nicht ganz, denn es war zehn Minuten zu früh und ich wollte bei wolkenlosem Himmel nicht warten.

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Habe unruhig geschlafen, war oft wach. Gestern habe ich es mir gut gehen lassen und zwischen den Meditationen „Die Kunst zu Scheitern“ von Konstantin Wecker gelesen und alle Stellen, die mir gefallen, die mich berührt haben, ins iPhone getippt. Gestern dachte ich noch, es sei eine gute Idee, alle diese Zitate hier zu posten.

Eben habe ich mir alle nochmal durch gelesen, so geballt kommt nicht so gut, nun such ich mir mal nur drei raus, das sollte ausreichen:

Es gibt ein paar Augenblicke im Leben, die sich deshalb so einprägen, weil sie eine neue Epoche in deiner Biographie einleiten.
Diese Momente kündigen sich nicht an, sie brechen wie ein Unwetter über dich herein, gerade wenn du besonders schutzlos bist und ohne Halt.
Manche Sätze klingen wie ein Donnerhall in deinem Leben nach, manche Blicke wirst du nie mehr los. ~S. 57
Es sind die Abgründe, die uns verbinden, diesen anderen, der meinen Namen trägt und mich. Ganz bestimmt sind es nicht die Lügen, die man der Gesellschaft von sich auftischt. Die sind austauschbar, derer bedient sich jeder. Schneidert sich doch jeder eine Persönlichkeit zusammen, je nach seinen handwerklichen Fähigkeiten matt oder schillernd und nicht selten nach einem Schnittmuster, dass die Außenwelt anbietet, trotz aller scheinbaren Individualität doch mehrheitskompatibel, nicht wirklich kantig, nicht wirklich angreifbar. ~S.74
Und als drittes eines seiner Gedichte:
Manchen gelingt es
sich so zu entfalten
dass sie sich immer
die Unschuld erhalten.
Die warten im Schatten
um besser zu sehen
können ohne Applaus
der Angst widerstehen.
Die schreiben nie Lieder.
Die sind Melodie.
So aufrecht zu gehen
lerne ich nie.
(Konstantin Wecker, 1980)

Wünsch Euch einen ganz wundervollen, erfüllten, langweiligen Samstag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

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2 Kommentare zu „Tag 1000

  1. Lieber Arne,
    herzlichen Dank für 1000+ Blog-Einträge. Du weißt, dass ich immer mitlese,…
    Fast habe ich befürchtet, dass Du die 1000 aussetzt, dass Deine Freiheit sagt: „Nee, heute nicht.“
    Danke für die vielen geteilten Gedanken, manchmal kryptisch aber immer auch offen und sehr viel DU!
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und sende Dir ein Lächeln ☺, liebe Grüße, Antje

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