Sehen, was ist

Berlin, 6:35, Tag 947

Heute Nacht wieder wild geträumt. Habe zu kurz geschlafen, wollte nicht einschlafen gestern. Bin ganz kurz hoch aufs Dach nach einer schnellen, ruhigen Meditation im Dojo.

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Übernächstes Wochenende habe ich meinen ersten Auftrag als Kopterpilot. Gestern Abend habe ich das schon mal ein wenig vorbereitet. Es ist kein wirklicher Auftrag, eher eine Idee, geboren bei einer Familienfeier im Juni, die nun in die Tat umgesetzt wird. Wir fahren nach Kühlungsborn an die Ostsee und ich freu mich nun schon drauf.

Alles, was auch immer passiert, hat seinen Sinn, ist perfekt und geschieht zur richtigen Zeit. Es hat keinen Sinn, dem Widerstand entgegen zu setzen. Es geht darum, dem Leben zu vertrauen. Setze mich stark unter Druck, bin hart zu mir selbst, unbarmherzig hart. Fühle mich eigentlich konstant schlecht vorbereitet. Gestern war so ein Tag, der ruhig begann und dann gleich früh eine Wendung nahm. Die Energie des ganzen Tages verpuffte in wenigen Minuten. Nun liegen hier die Stapel, die noch zu bearbeiten sind. Ab morgen früh bin ich den Rest der Woche unterwegs, erst München, dann Leverkusen.

Das anzunehmen, fällt mir sehr schwer. Möchte gerettet werden. Möchte, dass sich die Welt um mich dreht und mir geholfen wird. Es ist doch so wichtig. Dabei vergesse ich immer, dass ich immer alles schon habe.

Auch wenn ich auch heute nichts mehr tun werde, so bin ich doch schon vorbereitet. Bei Vorträgen gelingt das mittlerweile ganz gut. Bei Quartalsterminen bei meinen wichtigsten Kunden noch nicht so ganz. Möchte nichts mehr beschönigen, nichts mehr verkaufen. Möchte sehen, was wir die letzten Monate gemacht haben, möchte stolz drauf sein können, weil es genau das ist, was wir tun konnten. Möchte noch besser verstehen, was wir alles getan haben.

Es soll aufhören, dass ich an meinen Ideen hänge, wie es hätte sein können. Dies sind meine wunden Punkte, meine Trigger, an denen die Emotionen entstehen. Mein Ärger, mein Sarkasmus, meine Bestimmtheit, meine Härte.

Es kam eine Geschichte meiner Kindheit hoch. Mein Vater wollte gegen Kiesklau vorgehen. Die Bauern im Dorf borgten sich am Tagesrand ihre Trekker mit Hänger, um sich Kies für ihre Auffahrten oder Anbauten zu klauen. Ein Klassiker im Osten. Ich erinnere mich, dass mein Vater hier ganz wichtig war, selbst eine saubere Weste zu haben. Er dürfe nicht mal ein Blatt Papier aus dem Büro mit nehmen, wenn er im Kampf gegen den Schwund eine Chance haben wolle. Vorbild sein. Keine Schwachpunkte haben.

Damit lass ich mich und Euch jetzt allein. Und verabschiede mich in den Morgen!

Wünsche Euch einen entspannteren Start in den Dienstag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

co-founder of http://mtc.berlin · info tech service provider · zazen · horsemanship · photography

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