Anstrengende Gewohnheiten

Berlin, 8:58, Tag 937

Heute Morgen bin ich einfach liegen geblieben. Bin auch gestern wieder sehr spät ins Bett. Versuche die ganze Zeit, diesen wertenden Film in meinem Kopf anzuhalten, der vergleicht und mir erzählen will, was gut oder schlecht ist.

Auch das ist eine Angewohnheit. Es zu bemerken, es dann nicht zu tun, ist sehr befreiend. Es zu bemerken, und nicht zu werten, fällt mir nicht leicht. Zu schnell kommen die Erinnerungen, zu schnell kommen die Vorstellungen, wie andere reagieren, was sie sagen, was sie fühlen hoch. Diese Fähigkeit zur Vorstellung des Aussen, empfinde ich grad als Fluch. Es macht mein Leben so kompliziert, so anstrengend.

Grad passieren ein paar Dinge, die nicht zu meinem Leben in den zwei Welten der letzten fünf Jahre gepasst hätten. Jetzt, wo wir wieder in einer Stadt, in nur einer Wohnung leben, sortiert sich alles neu. Das möchte ich annehmen und geniessen können. Dazu sollte ich diese Gewohnheit ablegen können. Ablegen, ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es geht eher darum, sich von dieser Gewohnheit nicht vereinnahmen, nicht beherrschen zu lassen.

Heute gibt es kein Foto, bin nicht hoch aufs Dach (nicht werten). Heute hab ich nicht im Dojo oder meinem Kissen meditiert, sondern bin auf dem Sofa sitzen geblieben (nicht werten). Der Fernseher läuft schon (nicht werten). Habe im Stehen ein Brötchen gegessen, wollte nicht warten und hatte schon Appetit (nicht werten). Und so weiter und so fort…

Ok, mit dieser Erkenntnis, mit diesem Vorsatz verabschiede ich mich! Wünsch Euch einen entspannten Samstag…

Veröffentlicht von Arne Krueger

co-founder of http://mtc.berlin · info tech service provider · zazen · horsemanship · photography

Ein Kommentar zu “Anstrengende Gewohnheiten

  1. Danke, lieber Arne Krüger! Habe jetzt knapp 2 Stunden mit einer Freundin telefoniert (nicht werten!) und hatte dafür schon angekündigt keine Zeit (nicht werten!). Die Zeit ist davon nicht mehr geworden (nicht werten!). Mal sehen, wie ich sie wieder reinhole. Doch Ihr Post hilft dabei (nicht werten?). Doch werten. Danke, denn es hilft, positiv zu werten.

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