Überforderung!

Berlin, 7:11, Tag 924

Heute Nacht war unruhig, konnte nicht einschlafen. Bin dafür dann zeitig aufgestanden. Mich zog es aufs Dach und siehe da:

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Ein Knallersonnenaufgang. Farbenexplosion von grau, blau, gelb und rot. Ich glaub, ich brauch nen Schlüssel für den Notausgang, der mein Sonnenaufgangseingang werden wird.

Als ich dann mit meinem Morgenkaffee eine Wespe im Mund hatte, war der spannende Morgen perfekt. Denn ich hatte Riesenglück. Merkte es rechtzeitig und konnte sie noch vorm Stich ausspucken. Puhh! Was für ein Glückskind!

Vor allem, wenn ich das hier lese. Georg Dietz schreibt auf, was ich auch denke und was mich verzweifeln lässt:

Überfordert sind aber doch erst einmal die Menschen, die hier ankommen, Streugut einer globalisierten Welt, in der alles mit allem zusammenhängt, unser Wohlstand mit ihrer Armut, unsere Sicherheit mit ihren Kriegen, unsere Lügen mit ihrem Leiden.

Als ich dort oben sass, wollte ich unbedingt eine Demo organisieren, zumindest seit ’89 wieder mal wieder an einer teilnehmen. Und an einer gegen die Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik unserer Bundesregierung würde ich sofort teilnehmen.

Es ist doch einfach nur irre, wie wir der Region das Öl und die Drogen abkaufen, mit dem bezahlten Geld dann Waffen liefern, die alle dort ins Chaos stürzen. Und uns gleichzeig Abschotten, Grenzen ziehen, Regeln aufstellen und so die Kriegsflüchtlinge den Schleppern ausliefern, die ihnen ihr letztes Geld abknöpfen, nur um zu Überleben. Wenn sie dann hier sind, brennen auch hier ihre Unterkünfte. Hier, bei uns? Irre!

Ja, die Welt vor allem hier ist kompliziert und komplex, nichts ist wirklich einfach, jeder auch nur ein Mensch mit Ego und eigenen Interessen, jede Bürokratie, jede Organisation ihre eigenen Werte und Regeln. Das alles zu synchronisieren, das alles auszurichten, ist eine unanständig schwere Aufgabe. Und trotzdem! Und trotzdem!

Wir müssen doch versuchen, es besser zu machen! Und wir können nicht einfach nur den Status Quo erhalten, was doch nur unser Ende bedeuten würde. Im kleinen bei uns, und im grossen, in unserer Gesellschaft genauso!

Wünsch Euch nun sehr nachdenklich einen tollen Sonntag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

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