Freundlichkeit und Verstehen

Berlin, 8:41, Tag 895

Heute hab ich es spät werden lassen. Bin wohl im Einsiedlermodus. Bei der Arbeit geht es, aber allem ausserhalb der absolut notwendigen Treffen dort, entziehe ich mich grad aller sozialen Interaktion.

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We are social animals who need friends. We need a community to survive. Friends are made on the basis of trust, which only grows if you are kind to people. Exploiting, cheating and bullying others will win you no friends. Kindness and compassion gives rise to self confidence, which in turn empowers you to be honest, truthful and transparent. This self-confidence brings peace of mind, which also favours good health. ~Dalai Lama, 25th May on FB

Das lief mir grade wieder übern Weg. Denn für mich ist der Schlüssel hier wirklich Selbst Bewusstsein, na eigentlich Vertrauen, Selbstvertrauen. Meine Gedanken zweifeln oft an allem, vor allem aber zweifeln sie an mir selbst. Das bringt jetzt nicht unbedingt Ehrlichkeit, Wahrheit und Transparenz hervor, wenn man sich mal nicht selbst traut. Also, wie geht das? Aufhören, zweifelnd zu denken? Den Fokus auf Freundlichkeit und Verstehen legen? Wie geht das aber genau nochmal? Hätte so gerne eine Anleitung, eine Einsicht und jemanden oder etwas, das dabei hilft, schützt, unterstützt. Doch dann merke ich immer wieder sofort, dass das alles schon da ist. Das nichts im Aussen helfen kann, dass ich einfach eine Wahl habe, jetzt Freundlich zu mir selbst zu sein, die Zweifel nicht alles ausfüllen zu lassen und wenn es grade mal notwendig ist, alles an zu zweifeln, dann auch diese Zustand anzunehmen und selbst im Zweifel freundlich zu bleiben. Das geht, ich weiss das!

Ich kann freundlich über mich denken, ich kann versuchen, zu verstehen, Verständnis für mich selber aufbringen. Und aus all dem wächst Vertrauen zu mir und zu anderen! Dieses Vertrauen lässt mich erst wirklich freundlich sein.

Wenn ich misstraue, wenn ich mir nicht sicher bin, wenn ich zweifle, wächst das Vertrauen in mich und andere nicht. Im Gegenteil, es wird kleiner, drängt sich in eine Ecke, wird zickig, aufmüpfig, nervig.

Wenn ich vertraue, egal ob blauäugig, naiv, optimistisch oder fundiert, überlegt oder erfahren vertraue. Wenn ich vertraue, wächst auch ohne Belohnung, ohne Bestätigung, mit jedem Moment unseres Lebens Vertrauen.

Das merke ich immer wieder in der Meditation, jede Minute, egal ob sie als gut, konzentriert, achtsam oder als schlecht, fahrig, unruhig erlebe, jede Minute des Versuchens, des rechten Bemühens hilft. Meine Wertung, ob eine Meditation gut oder schlecht war, ist völlig unerheblich. Es zählt einzig allein, mein Tun, mein Versuch, meinen Atem zu zählen, mein gescheiterter wie auch mein erfolgreicher Versuch. Beide sind gleich wichtig, beide sind notwendig.

So ist es auch mit Vertrauen. Jeder Moment, in dem wir vertrauen: freundlich und verstehend sind, hilft. Meine Wertung ob ich ausreichend dem Richtigen vertraue, oder blindlings und unverdient jemandem mein Vertrauen schenke, der es ausnutzt oder ausnutzen möchte oder es einfach unbewusst ausnutzt, ist völlig irrelevant. Es zu tun, ist wichtig.

Wünsche Euch ganz ernst, mit einem freundlichen Lächeln, einen guten Samstag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

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