Loslassen

Berlin, 5:33, Tag 832

Heute Nacht bin ich vom Strand ins Wasser zu tausenden Menschen, die über ihnen kreisende Vögel beobachteten und mit ihnen tanzten. Ein so schönes Bild. Ich bin zu ihnen gewatet und über dem Wasser geschwebt und habe mir eine Gruppe gesucht, die mir sympathisch ist. Sie haben auf mich gewartet und mich herzlich begrüßt. Ich wachte trotz spätem Einschlafens schön zeitig aber müde auf.

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Heute war der Sonnenaufgang hier etwas wolkenverhangen, ein leichtes Leuchten zwar, aber mehr ein Foto für Kenner. Deshalb gibts einen Eindruck von einem Knallerstart gestern in Köln, in den Regen hinein. Wir sind sogar fast durch einen Regenbogen durchgeflogen.

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Der gestrige Tag war anstrengend. Ich war aufgeregt, wegen des Treffens am Nachmittag, hatte die Slides zwar schon gedanklich fertig, aber noch nicht erstellt am Morgen. Als ich ins Büro kam, stürmten Eindrücke auf mich ein und andere Themen, musste mich relativ brutal raus nehmen, um die Präsentation fertig zu stellen. Und es war gut. Der Plan ging auf, die vorbereitete Struktur wurde akzeptiert und funktionierte sogar. Ein Erfolg.

Die Anstrengung, die nötig war, überhöht unser Ego oft. Die Slides hätte ich genau so letzte Woche fertig machen können. Durch die Zeitnot, in die ich mich unnötig bringe, stresse ich mich, um mich dann erhöhen zu können.

Obwohl doch wir einfach machen könnten, können wir oft nicht. Wir tun etwas wichtiges, wider besseres Gewissen nicht oder zu spät oder nur mit Druck oder Lob oder Hilfe oder oder oder. Wir reden viel lieber mit uns selbst und mit anderen. Darüber wie schwer oder leicht oder toll es ist, statt zu tun.

Wenn so eine Einsicht da ist, wird es oft noch schwerer! Keine Ausrede funktioniert dann mehr. Nicht wirklich. Und ich werde dann oft traurig. Unwillkürlich. Auch jetzt.

Dabei mach ich doch schon mehr, als andere, sagt mir mein Umfeld dann und auch ich selbst. Aber es ist das Ego, welches mich vergleichen lässt (und wieder selbst erhöht). Und es ist der gleiche Mechanismus, der der mich an den Rand der Klippe bringt.

Es geht darum, auch diese Einsicht loszulassen.

Sich nicht dran zu klammern. Sie nicht jedem und vor allem sich selbst, immer wieder erzählen zu müssen. Sich nicht selbst die ganze Zeit zu programmieren. Sondern: Einatmen, Ausatmen. Zurück zur Mitte. Zurück zur Balance. Zurück zu sich selbst, zum Atem, zu dem was ist. Was jetzt hier in diesem Raum, auf dieser Couch, in dieser Luft, in diesem Tee, in diesem Laptop hier vorhanden ist.

Die Welt ist voller Möglichkeiten!

Alles, was wir tun, hat seine Folgen: auch wenn wir nur denken, wenn wir warten, wenn wir nichts tun. Wir werten. Wir glauben, dass nichts tun, nichts tut. Ich stresse mich, weil ich es gewohnt bin, mich zu stressen. Erziehung, Gesellschaft, Umfeld, Herkunft, Kultur. Die Gründe sind in mir, um mich herum, weit weg. Vergangen und präsent.

Die Welt ist voller Möglichkeiten!

Frieden ist möglich. Im hier und jetzt! Ich kann die stressenden Gedanken los lassen und einfach tun, was ich jetzt hier tun kann: denken, schreiben, atmen, beobachten, aufstehen, gehen…

Nun schliesse ich hier ab! Lese nochmal durch. Starte meinen Tag. Ein schöner Tag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

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