Einsichten am Dienstag

Berlin, 6:38, Tag 811

Heute Nacht habe ich mich in ein altes, flaches Haus geträumt. Jemand zog ein. Es gab grosse Haken in der Kappendecke, die alle wackelten. Erst wurde der grosse neue Haken rausgezogen, dann die beiden Uralten daneben. Dann tauchte dahinter ein Kaminschacht voller Schoko Osterhasen auf, den ich eilends zu einem Viertel leer räumte. Dann kamen ganz alte Freunde vom Abi, W. und K., an und liefen freudestrahlend an mir vorbei. Ich wachte weit vor und dann wieder weit nach dem Wecker auf.

IMG_4528

Oh, das Bild ist ja ganz trüb und unscharf geworden. Kurz nach dem wach werden, bin ich aufs Dach gestolpert und hab heute mit meinen älter werdenden Augen die iPhoneschwäche im Gegenlicht nicht erkannt. Der Autofokus schafft es bei wenig Kontrast einfach nicht und da man nicht manuell fokussieren kann… ist aber auch das Einzige, was ich an der Kamera des iPhone grad zu meckern hätte, würde ich meckern wollen.

Huch, nun ist es fast schon Mittag! Eine kurze Ablenkung. Ja, ich schreib unten weiter. Und dann war ich im Flow des Tages schon drin.

Gestern aber ich hatte ich eine Einsicht.

Es ging um meine Ignoranz bei Themen, die ich nicht wahrhaben möchte, die mir unangenehm sind, wenn ich daran nur denke. Es geht um Themen, die stimmen könnten, aber die zu einer Anspannung in mir führen, wenn ich daran denke. Es ist so was wie die Möglichkeit des Scheiterns bei Projekten oder Ausschreibungen. Oder auch, dass es sein könnte, dass ich manchen Menschen komplett egal bin, obwohl sie mir doch so viel bedeuten. Es ist so etwa wie Möglichkeit, dass meine Grosszügigkeit nicht belohnt, sondern ausgenutzt wird, dass meine Freundlichkeit als Schwäche falsch verstanden wird.

Viele dieser Möglichkeiten möchte ich einfach erst mal nicht wahr haben.

Nein, er ist nicht so böse. Nein, dass kann nicht sein, wir schaffen das schon. Nein, das wird nicht ausgenutzt, sondern das wird doch geschätzt.

Wenn mir dann irgendwann mal klar wird, dass mich diese Möglichkeiten zwar erschrecken, ich das nicht gut finde und nicht mag, aber das es einfach so sein kann?

Wenn mir mal klar wir, dass mit mir nichts passiert, wenn ich mal nicht grosszügig, freundlich, erfolgreich bin, dass ich immer noch der gleiche Arne bin?

Wenn ich mal merke, dass diese externen Bewertungen nichts mit mir sondern immer mit demjenigen zu tun haben, der diese Bewertungen vornimmt?

Ja, wenn ich solche Einsichten bei den solchen Themen habe, dann fühle ich mich ein Stückchen freier, selbstbewusster und einfach besser.

All meine Handlungen, die aus Angst oder Furcht oder Gier oder Wut oder ähnlichem heraus geboren sind, haben mittel und langfristig immer negative Folgen.

All meine Handlungen, die aus Freude am Sein und -ja- die aus Liebe zum Leben geboren sind, sind erhaben über solch eine Bewertung und überdauern die Zeit scheinbar mühelos.

Die Unerbittlichkeit dieser Einsicht bewegt mich tief.

Wünsch Euch einen schönen Tag!

Veröffentlicht von Arne Krueger

co-founder of http://mtc.berlin · info tech service provider · zazen · horsemanship · photography

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: