Ich bin ein zur Sucht neigender Mensch

Auszüge aus einem Interview mit Dieter Pfaff, Tagesspiegel 3.7.2004:

frage: sehnsucht – was bedeutet dieses wort für sie?

antwort: sehnsucht hat immer etwas mit unerfüllbarem zu tun. (…). man hat sehnsucht nach einem gefühl, nie nach der wirklichkeit. das ist wie beim verliebtsein: man will das gefühl, und das hat nichts mit dem anderen zu tun. deshalb gehen ja solche beziehungen schnell wieder zu ende. der andere kann nie halten, was man alles auf ihn projiziert hat. ich glaube, sehnsucht kann sich nie erfüllen. (…). eigentlich hat der traum für mich (auch) mehr bedeutung. träume sind für mich ein motor, egal ob die erfüllung dann so toll ist. sehnsucht ist etwas autistisches, da kocht man in sich selbst.

frage: wenn sie sagen, dass sie schiller schätzen, die klarheit, die vernunft, was sagen sie dann zur romatik, zum rausch? ist das etwas, wonach sie sehnsucht haben?

antwort: das ist schwierig. ich bin ein zur sucht neigender mensch. vor ein paar dingen habe ich mich gehütet. auch weil in meiner umgebung eine ganze menge leute daran gestorben sind. gleichzeitig habe ich sehnsucht nach rausch.

frage: kontrollverlust macht ihnen angst?

antwort: ja, damit habe ich schwierigkeiten. es fasziniert mich, aber ich habe ziehmlichen respekt davor.

Veröffentlicht von Arne Krueger

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