Fünf Übungen

Ein verantwortungsvoller und einsichtsvoller Umgang mit der jedem gegebenen Macht vereinfacht das Arbeiten und Leben ungemein. Jeder kennt doch die scheinbaren Zwänge und den Druck, dieses oder jenes jetzt tun zu müssen oder es gerade jetzt nicht tun zu können. Wir sind oft achtlos mit den Dingen und Menschen um unser herum. Wir nehmen sie oft nicht einmal wahr, weil wir zu beschäftigt damit sind, wichtige Ziele zu erreichen oder weil wir unser Leid bekämpfen müssen, weil wir wegrennen vor uns selbst.

Ein Kern aller Religionen (ganz gleich ob basierend auf Jesus, Mohammed, Abraham oder Buddha), sind die folgenden fünf Übungen. Niemand kann diese Übungen perfekt ausführen bzw. einhalten. Nicht einmal die vier oben genannten konnten dies, auch wenn uns manch einer dies weismachen will. Sie können nicht mehr als ein Kompass sein, der uns den Weg zeigt, mit uns und unserer Umwelt in Harmonie und Freude zu leben.

Die erste Übung: Achtung vor dem Leben

Ökologie und Nachhaltigkeit sind keine Erfindungen der Neuzeit. Schon lange ist klar, dass nur – wenn wir das Leben insgesamt schützen, wir Wohlstand und Glück erleben können. Soviel Leid entsteht, wenn wir uns nicht daran halten. Auch im täglichen Leben fügen wir zuerst uns selbst Leid zu, wenn wir anderen Menschen oder Tieren Leid zufügen.

Die zweite Übung: Großzügigkeit

Ungleichheit und Ungerechtigkeit verursachen Leid. Wir können uns bemühen, dieses Leid zu lindern. Es wird uns selbst gut tun, wenn wir anderen helfen, die vielleicht nicht solch gute Voraussetzungen im Leben haben, wie wir selbst. Ebenso achten wir fremden Besitz und stehlen nichts, was uns nicht zusteht.

Die dritte Übung: Sexuelle Verantwortung

Ohne Respekt und ohne Achtung miteinander umzugehen, nur auf die schnelle Befriedigung unserer eigenen dringenden Bedürfnisse achtend, fügen wir anderen Menschen Schaden zu. Wir sind aber gleichzeitig respekt- und achtungslos uns selbst gegenüber. In dem wir Sex ohne Liebe – also ohne Achtung und Respekt – haben, erniedrigen wir uns und unser Gegenüber. In dem wir aber respektvoll mit uns selbst und anderen umgehen, schützen wir uns vor Schmerzen.

Die vierte Übung: aufmerksames Zuhören, liebevolles Sprechen

Worte können scharfe Schwerter sein. Sehr schnell verletzen wir einander mit Worten. Es macht für mich keinen Unterschied, ob man körperlich Agressiv ist oder mit Worten. Wie selten ist ein wirklich gutes Gespräch, wir schaffen es oft kaum, über den Austausch von Oberflächlichkeiten hinaus zu kommen. Wie wundervoll aber kann es sein, einfach einmal zu zu hören, ganz aufmerksam und gespannt. Wie entspannt ist es, einfach einmal etwas nettes, liebes zu einem anderen Menschen zu sagen. Das Lächeln, welches man als Dankeschön bekommt, macht wirklich glücklich.

Die fünfte Übung: achtsamer Umgang mit Konsumgütern

Wieviel Gifte schüttet man am Tag in sich hinein, rauchend und Alkohol tinkend, der Kaffee, achtlos zubereitetes Fastfood. Warum tun wir das unserem Körper an? Warum sind wir so achtlos mit unserem einzigen Körper, den wir haben, der uns überall hinbringt, der uns sehen, riechen, schmecken lässt? Warum geben wir ihm nicht, durch aufmerksame Auswahl von Speisen und Getränken, ein wenig zurück von dem, was er die ganze Zeit für uns tut. Brauchen wir wirklich Manolo Blahniks, in denen Frau vor Schwerzen kaum laufen kann? Entschädigen die Blicke der Männer wirklich für das Leid beim Gehen? Wenn wir genau hin schauen, merken wir – dass wir mit sowenig auskommen und glücklich sein können. Materielle Dinge in grosser Zahl und Qualität zu beistzen, hat noch niemanden wirklich über den Moment hinaus glücklich gemacht.

PS: angeregt durch „The Art of Power“ von Thich Nhat Hanh

Veröffentlicht von Arne Krueger

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